Kennen Sie Blanche? Ein Interview mit Mette Fredin und Melissa Bech

    In Dänemark entstehen wunderbare Dinge. Hygge, Lego, die kleine Meerjungfrau oder eben das nachhaltige Womenswear Label Blanche, 2018 ins Leben gerufen von Mette Fredin (Creative Director) und Melissa Bech (Commercial Director). Beide erfahrene Profashionals, mit unterschiedlichen Skills, die sich irgendwann zufällig begegneten und die gleiche Meinung teilten; nämlich, dass Womenswear einfach mehr Transparenz und bessere Qualitäten verdient. Produziert wird daher hauptsächlich in Europa, vornehmlich in Portugal oder Italien. Wir baten die zwei Blanche-Gründerinnen zum Interview.
    Blanche
    Mette Fredin & Melissa Bech

    Fangen wir von vorne an: Wie habt ihr euch kennengelernt?
    Wir kannten uns bereits flüchtig aus der dänischen Modebranche, lernten uns aber auf einem Business Get-together dann erst richtig kennen. Wir sprachen sofort über unsere Liebe zu Denim und Mode. Im Gespräch stellten wir dann schnell fest, dass wir beide das Gefühl hatten, dass etwas Denimszene der Womenswear fehlte. Das war dann sozusagen der Anfang unserer Partnerschaft…

    …und der Anfang von Blanche. Wie seid ihr auf die konkretere Idee für Blanche gekommen - auch Hinblick auf Nachhaltigkeit?
    Wir fingen an, über unsere Jobs, die Branche, unsere große Leidenschaft für Denim zu sprechen, was wir daran vermissten und was wir anders machen würden. Und zu diesem Zeitpunkt gab es für uns keine nachhaltige und modische Denimbrand finden. Es lag daher nahe, dass dies unser Hauptanliegen sein würde, um eine nachhaltige Jeansmarke zu gründen. Blanche ist das weibliche Wort für Weiß auf Französisch. Und wie bei der Farbe Weiß, war es für uns wichtig, mit einer unbeschriebenen Tafel zu beginnen und dann Farben hinzuzufügen. Weiß ist außerdem ein Synonym für Purismus und Reinheit – genau wie wir uns die Blanche Produkte vorstellen. Es enthält also auch gleich die nachhaltigen Aspekte. Alles in allem ist der Name eigentlich das, wofür die Marke steht: Eine weibliche Marke, die mit einer ethischen Denkweise beginnt.

    Niemand kauft eine Jeans, weil sie einen nachhaltigen Hintern macht, sondern weil sie einen sexy Hintern macht.

    Hat man als junges Label, mehr Vor- oder Nachteile, auch in Bezug auf zeitgenössische Denkweisen?
    Wir hatten den Vorteil, dass wir von Anfang nachhaltig gedacht haben. Wir mussten also kein bereits existierendes Unternehmen erstnachhaltig machen. Dies war definitiv ein großer Vorteil für uns. In Bezug auf die heutige Denkweise empfinden wir es aber ohnehin nicht als Herausforderung, da wir versuchen, langlebige Kleidungsstücke zu kreieren, die nicht saisonabhängig sind. Wir glauben, dass Qualität und Herstellung wichtiger sind als schnelllebige Modetrends. Natürlich muss unser Produkt auch immer modisch relevant sein. Niemand kauft eine Jeans, weil sie einen nachhaltigen Hintern macht, sondern weil sie einen sexy Hintern macht.

    Innerhalb eurers Marke gibt es zwei verschiedene Linien: Blanche und Blanche Atelier. Könnt ihr sie in euren eigenen Worten beschreiben? Die Blanche-Linie ist unsere klassische und essentielle Kern-DNA, die immer den größten Teil unserer Kollektionen ausmacht. Und mehr oder weniger, sind alle Styles im Blanche-Sortiment auch nachhaltig. Im Blanche Atelier hingegen, spielen und experimentieren wir und kreieren zeitgenössische und saisonale Stücke. Man kann also sagen, dass diese Linie unser Spielplatz ist und dass Blanche unser Heimatfeld ist.

    Apropos Heimat: Wie viel von euch selbst steckt in Blanche?
    Oh, sehr viel! Wenn man nicht sein Herzblut in etwas steckt, kann man seine wahre Leidenschaft nicht zeigen.

    Blanche

    Wenn wir über Leidenschaft sprechen, lasst uns doch von Mode sprechen. Wir befinden uns ja gerade inmitten der FS19-Saison. Wie sieht Blanche diese Saison aus?
    In FS19 Kollektion dreht sich alles um den kalten Tau an einem Sommermorgen. Die Kollektion kombiniert einen modernen und progressiven Ansatz mit einer neuentdeckten Vertrautheit der weiblichen Ready-to-Wear, in der sich die Ideen des Feminismus mit einer beinahe merkwürdig zeitgenössischen Emotion widerspiegeln. Im Kontrast dazu, vereint die Kollektion den rauen Touch von Denim – sowohl die Raw und ungewaschenen, als auch die weichen und bestickten Qualitäten – mit der raffinierten Eleganz von Kaschmir, Bio-Baumwolle, Wolle und Wildleder. Gemeinsam malen wir so unser ganz eigenes Bild von der ersten Saison eines neuen Jahres.

    Und wohin entführt uns Blanche zum HW19?
    Für die Herbst/Winter-Kollektion 2019 interpretieren wir die Vorstellungen von Weiblichkeit in einen Kontext, in dem Dinge auf das Wesentliche reduziert werden. Heißt: zeitlos und doch modern. Beständig, aber aktuell. Feminin und dennoch Workwear-inspiriert. Anlehnend an nachhaltiges Design, greift die HW19-Kollektion minimale Ansätze moderner Women’s Ready-to-Wear Elemente auf und zelebriert industrielle Referenzen ebenso wie funktionale Aspekte. Übergroße Silhouetten behalten ihre Weiblichkeit, dank neuinterpretierter Klassiker wie Mäntel, Röcke und Kleider aus Wolle und Tartan, kombiniert mit einem industriellen Feel von Fischgrätenmuster, der sich über verschiedene Outerwear Pieces zieht. Anzüge werden in überarbeiteten Silhouetten mit klaren Linien präsentiert und umarmen den weiblichen Körper, statt ihn zu verstecken, während Mäntel, Röcke und Kleider in Midi- und Maxilängen die Beständigkeit der Kollektion repräsentieren. Sets aus Cord und raffinierte Strickwaren, die jeden Tag ins Schwarze treffen. Wenn wir auf das Denim-Segment blicken, sehen die Dinge etwas anders aus. Unkonventionellere Passformen für die Outerwear, während gerade und weite Schnitte bei den Jeanshosen für eine dynamische und doch simple Attitüde sorgen.

    Zu guter Letzt: Wo seht ihr Blanche in Zukunft?
    Wir hoffen, dass Blanche weiterhin eine relevante Modemarke sein wird – mit weitaus mehr Zertifizierungen wie dem Swan-Label und dem EcoCert, daher mit einem starken Fokus auf unsere nachhaltige Denkweise. Wir wollen unseren Endverbrauchern genügend Aufmerksamkeit schenken und sie aufklären, um es ihnen zu erleichtern, besser und beim Kauf von Kleidung umweltfreundlicher zu sein.

    Danke Mette and Melissa. 

    Interview: Cheryll Mühlen

    Blanche Denim
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