Good Vibes only! – Ein ehrliches Interview mit der neuen PR-Agentur Project Hype

    Einen Neustart wagen – diese Idee verfolgten die beiden PR-Profis Anja Meinzenbach sowie Thomas Erhardt, als sie Anfang dieses Jahres mit ihrer eigenen Agentur „Project Hype“ an den Start gingen. Wir haben mit den beiden über ihre Motivation, Pläne und Ideen gesprochen sowie die für heute entscheidenden Parameter herausgestellt.
    Agentur
    Thomas Erhardt & Anja Meinzenbach

    Mit welcher Motivation habt ihr beiden Project Hype gegründet?
    Anja Meinzenbach: Wir haben beide nach neuen Herausforderungen gesucht und sehr viel darüber geredet, wie sich die PR-Welt verändert hat. Und aufgrund der Veränderungen im Medienmarkt, kürzeren Lebenszyklen bei Produkten und sinkenden Budgets wird es eben auch immer schwieriger einen skalierbaren PR Impact zu generieren. Da war für uns klar: Kontinuierliche, monatliche PR-Aktivitäten sehen wir nicht mehr als zeitgemäß an. Mit Project Hype wollen wir einen neuen Ansatzpunkt verfolgen und fokussieren uns auf rein projektbasierte Kommunikation.
    Thomas Erhardt: Genau, wir möchten näher an den Bedürfnissen von Kunden arbeiten, PR anbieten, die Spaß macht, funktioniert und dabei effektiv und budgetfreundlich für beide Seiten ist – Kunde wie Agentur.

    Wie seid ihr auf den Namen Project Hype gekommen?
    TE: Ich habe damals die Zeitschrift „Hype“ von Sven Barthel gern gelesen. Das Wort blieb immer hängen und ist sexy für mich.
    AM: Richtig. Thomas fand das Wort „Hype“ schon immer super – daher war es für uns von Anfang an der Working Title. Project Hype wurde aber erst daraus, nachdem unsere Idee und USP mit der projektbezogenen PR ausgereift war. Wir wollen für unsere Kunden einen Hype kreieren und das auf Projektbasis – daher passt der Name wirklich gut.

    Wir möchten gern Labels von Morgen eine Chance geben, PR für sich zu entdecken.

    Was unterscheidet euch von anderen PR-Agenturen?
    TE: Klassische PR Agenturen bieten Retainer-Lösungen an. Das heißt, es werden über das Jahr Maßnahmen definiert, monatliche KPI’s festgelegt und ein monatliches Honorar vereinbart. Das wiederum heißt: es muss jeden Monat etwas passieren, Leistungen von der Agentur werden abgerufen und der Kunde wünscht Veröffentlichungen. Das sehen wir nicht mehr als zeitgemäß und sinnvoll. Ähnlich wie Marketing-, Werbe- und Produktionsagenturen setzen wir auf kampagnenorientierte und projektbezogene PR-Maßnahmen. Wir definieren ein Zeitfenster und Aktivitäten, takten diese so ein, dass wir einen maximalen Outcome für die Marke generieren. So hat ein „Hype“ einen Anfang und ein Ende – wird messbar, schont Kapazitäten und ist budgetfreundlich.
    AM: Wir sind davon überzeugt, dass Kommunikation clever und intensiv sein muss, aber auch wieder abnehmen sollte – sonst gibt es einen Overload an Informationen. Mit den nächsten News startet dann ein nächstes Projekt beziehungsweise Hype.

    Nach welchen Kriterien sucht ihr euch eure Marken/Partner aus, die ihr in eurer Agentur vertretet?
    TE: Grundsätzlich lässt sich das Hype-Prinzip auf sämtliche Branchen anwenden. Aufgrund unserer Expertise legen wir jedoch den Fokus auf Mode und Lifestyle-Kunden. Wir möchten gern Labels von Morgen eine Chance geben, PR für sich zu entdecken und sind aktuell mit diversen Marken aus Europa in Kontakt. Natürlich ist Berlin auch ein Mekka an Talenten, daher möchten wir auch lokale Brands ins Portfolio aufnehmen. Die Berliner Jungmarken KathaCovers (Kinderbettwäsche) und Faulhaber Products (Taschen & Accessoires) sind bereits an Bord.
    AM: Ein wichtiges Kriterium für uns ist, dass die Marke etwas Besonderes ist. Wir sprechen täglich mit Redakteuren und möchten diese mit neuen Stories, coolen Ideen und außergewöhnlichen Produkten catchen. Klassische PR-Kriterien sind für uns: Online-Shop, gutes Bildmaterial und Freisteller sowie good vibes!

    Ein sozusagen neues Einsatzgebiet von PR ist Influencer-Marketing: Wie steht ihr zu diesem Thema?
    TE: Das ist natürlich ein wichtiges Thema – gerade zu Zeiten wo viele Labels in Instagram einen großen Absatzkanal für sich entdeckt haben. Jedoch grenzt sich Blogger-Relations mehr und mehr von klassischer Medienarbeit ab. Sie funktioniert anders und hat andere Mechanismen und Effekte. Wir empfehlen jedoch den Fokus weniger auf die Reichweite zu legen, sondern mehr auf den Content. Es ist wichtig die richtigen Influencer für eine Marke zu finden, mit ihnen gemeinsam eine Kooperation zu entwickeln und Inhalte zu kreieren, die zur Marke aber auch zu der Audience des Influencers passen. Denn wichtiger als ein Like ist, ob die Story beim User hängen bleibt oder nicht.

    Ihr seid based in Berlin. Was bedeutet die Stadt für euch persönlich?
    TE: Berlin ist was du daraus machst. Ob ruhiger Lebensstil oder Partymaus – die Vielfalt und Freiheit ist das besondere der Stadt. Man wächst mit ihr und sie mit dir.
    AM: Das sehe ich sehr ähnlich wie Thomas. Es ist großartig zu sehen, dass jeder Kiez in Berlin etwas Eigenes, Besonderes hat und trotzdem so verschieden ist. In Berlin hat man gefühlt 20 Städte in einem und entdeckt zu jeder Zeit etwas Neues.

    Was ist euer persönliches Project Hype?
    AM: Mein persönliches Project Hype ist tatsächliche gerade diese Agentur. Es ist super spannend, sich selbstständig zu machen mit all seinen Vor- und Nachteilen. Wir sind sehr happy, dass es so gut angelaufen ist und es sind schon viele weitere aufregende Projekte in der Pipeline, auf die ich mich persönlich sehr freue. Mit einer eigenen Agentur sieht jeder Tag anders aus und das finde ich großartig.
    TE: Wir haben in den letzten Wochen und Monaten ein paar tolle Brands und Menschen kennengelernt – das ist mein persönlicher Hype. Neues zu entdecken – inspirierende Gespräche, junge Marken und die Personen dahinter, faszinierende Produkte sowie neue Locations.

    Interview: Deniz Trosdorff

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