Who’s next? – New talents mit überzeugenden Visionen

    Der Begriff Talent ist in der heutigen Zeit durch diverse Castingshows und dem Einfluss des World Wide Webs verwässert worden. Jeder, der mit einer besonderen Fertigkeit gesegnet ist, stellt sich auf einer Bühne zur Schau, um den meistens einen Klick oder einen Wisch währenden Erfolgsmoment zu erleben. Doch es gibt sie wirklich noch: New Talents, die sich langfristig durch einzigartige Ideen, Individualität und Kreativität hervortun. Das beweisen auch die folgenden drei jungen Persönlichkeiten.
    New Talents

    Lara Krude – Slow-Fashion im großen Stil

    Lara Krude is eine Frau, die es in kurzer Zeit geschafft hat, zu den bekanntesten, hiesigen Designtalenten zu zählen. Die junge Designerin wusste bereits früh auf sich aufmerksam zu machen. Im Jahr 2017 gewann sie unter der Schirmherrschaft von Stella McCartney den „Designer for Tomorrow“ Award und rief ein Jahr später ihr eigenes, gleichnamiges Label ins Leben. Ihre Kollektionen zeigte sie bisher auf der Plattform „Der Berliner Salon“. Im Januar dieses Jahres wurde Krude zudem für ihre Designs und ihrem nachhaltigen Konzept mit dem „German Sustain Fellowship Programm“ des Fashion Council Germany ausgezeichnet. Zu Recht, denn ihre Kollektionen basieren auf traditioneller Handwerkskunst und hochwertigen Verarbeitungstechniken, die Raum für die individuelle Entfaltung der eigenen Persönlichkeit lassen. Slow Fashion wird bei Lara Krude großgeschrieben, ihre Wertschätzung schlägt sich dabei auf die Auswahl von außergewöhnlichen und hochwertigen Qualitäten nieder, die sich, gepaart durch zeitlos anmutende Schnittführung, zu modernen Klassikern erheben. Die Styles werden ausschließlich in Deutschland in regionalen Nähereibetrieben aus natürlichen Materialien und europäischer Herstellung gefertigt. So möchte Krude ihren Beitrag dazu leisten, dass jahrhundertealtes Handwerk und Wissen weiterhin bestehen bleibt.

    www.larakrude.com

    New Talents
    Lara Krude

    TeDDy Glickman – Im Geiste des Urgroßvaters

    Wissen, das von Generation zu Generation erhalten bleibt. Eine ähnliche Intention verfolgt der gebürtige US-Amerikaner Teddy Glickman mit seinem gleichnamigen Label. Seine Inspirationen holt sich der Jungdesigner von seinem Urgroßvater, dem Gründer des New Yorker Modelabels Joan Dell. Das Modehaus stand jahrzehntelang für exzellente Materialien und Verarbeitung  –  eine Idee, die nun sein Urenkel weiter fortführt. Teddy Glickman reiste vor einigen Jahren von L.A. nach Berlin und gründete daraufhin 2017 sein eigenes Premiumlabel. Seine Vision: Hochwertige Menswear zu kreieren, die interessant und Handwerksbasiert ist und dem Träger eine Background-Geschichte mitliefert. Kleidung, die komfortabel ist, versehen mit einem Hauch südkalifonischer Gelassenheit, gepaart mit europäischer Liebe zum Understatement und Raffinesse. Ähnlich wie bei Lara Krude spielt der nachhaltige Anspruch bei Teddy Glickman eine große Rolle. Die Stoffe werden unter Berücksichtigung von Qualität und ökologischer Nachhaltigkeit bezogen, jeder Artikel einer gründlichen Prüfung unterzogen, handgefertigt in Berlin. Auch in der Genderthematik geht Glickman einen Schritt weiter. Obwohl seine Kleidung stilistisch der handwerklichen Traditionsschneiderkunst von Männermode unterzuordnen ist, sieht es der Designer nicht so eng und widmet seine Kollektionen allen, die Gefallen an diesen finden.

    www.teddyglickman.com

    New Talents
    Teddy Glickman

    Wonderbar – Seifengeschichte, die an die Haut geht

    Um Handwerkskunst, die nicht textil, aber auch an die Haut geht, dreht es sich bei der Ende letzten Jahres an den Start gegangenen Berliner Seifenmanufaktur Wonderbar. Gründerin Paloma Bradtke hatte einen dieser einschneidenden Erlebnisse, die letztendlich zu der Idee ihrer eigenen Marke geführt haben. Eines Morgens stand Bradtke in ihrem Badezimmer, um sich für den Tag herzurichten. Sie, die bislang nur Flüssigseife an ihre Haut gelassen hatte, las während ihrer Waschprozedur auf der Seifenverpackung ihrer Handseife deren Inhaltsstoffe. Ein Moment, der alles verändern sollte, denn nur die Hälfte der angegebenen Inhaltsstoffe war der Jungunternehmerin bekannt. Das machte sie stutzig und führte letztendlich dazu, dass sie die ihr nicht bekannten Stoffe recherchierte. Das Ergebnis brachte sie zur Erkenntnis, dass diese reinster Horror für die Haut sind. Eine natürliche, hautverträgliche und gesunde Seife ohne Plastikverpackung musste nach ihrer Meinung her! Gesagt, getan: Einige Wochen später war die 100 Prozent vegane Naturseife aus dem Hause Wonderbar geboren. Was klingt, wie eine moderne Soap Opera (der musste sein), ist eine coole Idee, die neben der Haut auch der Umwelt gut tut. Die Seifen sind nicht nur zur Handwäsche geeignet, sondern bieten sich auch als natürliche Alternative zu Duschgels an. Sie werden in kleinen Mengen handgefertigt, wobei diese einen Monat „reifen“ müssen, bevor sie in poppige Verpackungen eingepackt und versendet werden. Eine wonderbare Idee, basierend auf der Idee eine New Talents.

    www.wonderbar-soap.com

    New Talents
    Wonderbar

    Text: Deniz Trosdorff

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