Myers Briggs Test: Zu welchen der 16Personalities gehörst du?

    Was haben Quentin Tarantino und Will Smith gemeinsam? Und wieso sind sich William Shakespeare und Björk ähnlicher, als man denkt? In den USA längst verbreitet, hierzulande eher kritisch betrachtet: der sogenannte Myers-Briggs- Typenindikator (kurz: MBTI). Anhand eines kurzen Fragebogens lassen sich Aufschlüsse über die eigene Persönlichkeit ziehen. Unterschieden werden dabei zwischen 16 Typen. Ein Indikator, der nicht nur im Dating Bereich eingesetzt wird, sondern auch im Kontext Coaching und Personalwesen. Humbug oder neues Jobtool? Wir klären auf.
    Myers Briggs
    Was John F. Kennedy wohl für ein Typ gewesen wäre?

    Was ist der Myers Briggs Test? 

    Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung gilt als Begründer der analytischen Psychologie. Während seiner täglichen Arbeit mit Patienten bemerkte er deren Verhaltensmuster im Umgang mit anderen Menschen und integrierte eben jene Beobachtungen in seine Charaktereinschätzungen. Nach Jahren der Studien erstellte er die Grundfunktionen „Denken/Fühlen“, „Sensorik/Intuition“, die jeweils mit den Attributen „introvertiert“ oder „extravertiert“ versehen wurden. Jahre später wurde der Test von Katherine Cook Briggs und Isabel Myers um die beiden Kategorien „Urteilen/Wahrnehmen“ erweitert. Sämtliche Funktionen und Orientierungen sind bei allen Menschen vorhanden. Der MBTI gibt lediglich Auskunft darüber, welche Funktionen präferiert werden.

    Die vier Dimensionen der MBTI-Persönlichkeit 

    Idealisten: Sie sehnen sich nach Freiheit und individuellen Entfaltungsmöglichkeiten

    Künstler: Eine Gruppe, die vorwiegend als Freigeister zu betrachten sind 

    Rationalisten: Als gute Problemlöser sind sie besonders zuverlässig

    Wächter: Sie brauchen meist klare Regeln und feste Strukturen

    Kein gut, kein böse. Kein besser, kein schlechter. Sämtliche Typen und Gruppen sind vollkommen wertfrei zu verstehen. Der MBTI erläutert vielmehr die unterschiedlichen Verhaltensmuster und Präferenzen im Leben. Nach welchen Kriterien fälle ich meine Entscheidungen? Arbeite ich gerne im Team oder lieber allein? Kann ich offen mit meinen Partner kommunizieren oder fallen mir private Lösungsansätze schwer? Wie gehe ich mit Schicksalsschlägen um?

    Der beliebte Friends-Seriencharakter Monica entspricht dem Typ ESFJ, der sich durch eine besonders soziale Ader auszeichnet 

    Sex-and-The-City Kolumnistin Carrie Bradshaw lässt sich dem Typ ENFP zuordnen, der besonders kreativ und freiheitsliebend auftritt 

    Kritik am Persönlichkeitstest 

    Erstaunlich wie zutreffend viele Antworten und Aussagen doch sind. Häufig findet man das Ergebnis der Auswertung auch in Dating-Apps wie Tinder, Bumble oder OkCupid. Bei der Personalwahl darf der MBTI in Deutschland allerdings – ganz im Gegensatz zur USA – nicht zu Rate gezogen werden. Warum? Der MBTI gilt lediglich als Indikator und nicht als Test. Er zeigt Präferenzen und keine konkreten Einstellungen. Und gibt damit auch keinerlei Garantie über die Qualität der Leistung des potenziellen Bewerbers. Kein Mensch soll in seinen Möglichkeiten begrenzt werden. Bei mehrmaliger Durchführung des Fragebogens können die Antworten, besonders bei wechselnder Lebensführung, schwanken und variieren. Das Ergebnis ist somit nicht in Stein gemeißelt und die Anwendung des MBTI nur auf die Reflexion des eigenen Verhaltens beschränkt. Übrigens: Für den MBTI gilt der sogenannte „Barnum-Effekt“. Bedeutet: Der Proband erkennt sich, wie in einem Horoskop, in Beschreibungen wieder, obwohl die Antworten her allgemein gehalten sind und auf einen Großteil der Menschheit zutreffen. Häufig fällt das Ergebnis subjektiv und sehr positiv aus.

    Myers Briggs

    Kostenlose Tests, die man zum MBTI im Netz findet, sind Neuinterpretationen. Wer neugierig geworden ist, kann den Indikator hier kostenfrei ausprobieren.

    Text: Stefan Franken 

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