Wohnungslage in Berlin: East vs. West – wo lebt es sich schöner?

    30 Jahre Mauerfall – 30 Jahre East vs. West. Wer in Berlin derzeit eine Wohnung sucht, hat es bekanntlich nicht leicht. Knapper Wohnraum, hohe Preise, harte Konkurrenz. Längst hat sich die Wohnungslage in Berlin mit einst erschwinglichen Mieten an Metropolen wie Paris oder London angepasst. Oder ist zumindest auf bestem Wege. Wer aber etwas Zeit mitbringt und sich den Luxus erlauben kann, in allen Bezirken Ausschau zu halten, hat schließlich die Wahl: Osten oder Westen? Zwei Stadtteile, die selbst nach 30 Jahren unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir klären für euch heute die Frage: Wo lebt es sich schöner? Charlottenburg oder Neukölln? Schöneberg oder Friedrichshain? Achtung, einige Klischees behalten wir uns vor.
    Wohnungslage in Berlin

    Die Modeszene 

    Sie wühlen sich durch Omas Kleiderschrank – die Vintage-Helden des Ostens. Immer auf der Suche nach Unikaten, die eine besondere Geschichte erzählen. Alles, Hauptsache nicht gewöhnlich! Flohmarkt ist ihr „Fleamarket“, Second Hand ihr „Vintage“. Besonders Sonntags wird gerne eine Runde um den Boxhagener Platz oder das RAW-Gelände gemacht. Das Motto: „Schön ist, was gefällt.“ Und das kann schon mal das wildgemusterte Kostüm zum Shake-Boot sein – je verrückter, desto besser. Der Westberliner dagegen hält es unkomplizierter, wenn einkaufen, dann möglichst effizient. In großen Einkaufsstraßen wie der Friedrichstraße oder auf dem Ku’Damm reihen sich Luxusboutiquen neben Concept Stores. Warum durch Kleiderberge wühlen, wenn im KaDeWe die neusten Trends und Kollektionen direkt auf dem Silbertablett serviert werden?

    Wohnungslage in Berlin

    Kunst und Kultur 

    Das Must-visit für Touristen: Berlins Museumsinsel. Mit ihren fünf Museen gehört die Insel seit 1999 zum UNSECO-Welterbe. Dort reihen sich die „Staatlichen Museen zu Berlin“ Seite an Seite und beherbergen Schätze wie die Büste der Nofretete. Die Gegend am Hackeschen Markt ist ein wahres Eldorado für alle Touristen. Dementsprechend belebt (oder bedrängt) lebt es sich in Berlins Mitte zwischen Ost und West. Wer sich lieber mit neuer Kunst, Fotografie und Design auseinandersetzt, findet in weitläufigen Galerien und Institutionen seine Wochenend-Beschäftigung. Der Westen schmückt sich mit großartigen Einrichtungen wie der „Helmut Newton Stiftung“ oder dem „C/O Berlin“ in direkter Nähe zum Zoologischen Garten ohne von Touristenschwärmen eingenommen zu werden. Kleiner Tipp: Im Zuge der „Langen Nacht der Museen“ (31. August 2019) lassen sich viele Ausstellungen und Museen gebündelt für einen schmalen Taler ansehen.

    Das Nachtleben 

    Wer die Serie „Babylon Berlin“ aufmerksam verfolgt hat, weiß: Im Westen wurden die wilden Parties gefeiert. Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute feiert man im Osten. Bekannt für ihr wildes Nachtleben, zieht es Touristen aus der ganzen Welt in Clubs wie das Berghain am Ostbahnhof oder Sisyphos an der Rummelsburg. Ob zum 1. Mai, Karneval der Kulturen oder am üblichen Wochenend-Wahnsinn: Im Osten ist immer etwas los! Ob man allerdings in berüchtigten Bar-Ecken wie im Reuter- oder Gabriel-Max-Kiez mit konstanter Beschallung leben möchte, sei dahin gestellt. Ruhiger hält es der Westen mit exklusiven Bars (unbedingt die Victoria und Paris Bar besuchen!) und Großraum-Diskotheken wie dem Pearl. Ob es dort gesitteter zugeht bleibt offen – doch zumindest lebt es sich ruhiger für alle Westberliner.

    Die Naturnähe 

    Wer im Stadtkern nach einem grünen Fleck sucht, sucht meist vergebens. Plätze wie der Boxhagener Platz in Friedrichshain ähneln heute mehr eine dürren Steppen-Landschaft als einem erholsamen Stück Natur. Verbaut sind viele Gärten, keine Chance auf Erholung oder Picknick im Grünen. Selbst der Fehrbelliner Platz im Westen wird durch den mittlerweile extrem gehypten „Thaimarkt“ am Wochenende zur Wüstenlandschaft. Wer noch ein bisschen Natur genießen möchte, macht einen kleinen Spaziergang durch den Tiergarten im Westen Berlins und kehrt auf Bier und Bratwurst im „Café am Neuen See“ ein. Alternativ muss eine Fahrt mit dem Auto ins Visier genommen werden. Schließlich zählt Berlins Umgebung und seine Seen-Landschaft zu einer der Schönsten.

    Wohnungslage in Berlin

    Text: Stefan Franken

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